Die EU-Wasserresilienzstrategie: Was sie für Infrastrukturinvestitionen signalisiert
Die Europäische Kommission verabschiedete ihre Wasserresilienzstrategie am 4. Juni 2025. Es ist das bedeutsamste EU-weite politische Dokument zur Wasserinfrastruktur seit einer Generation, zu einem Zeitpunkt, an dem die Lücke zwischen dem Zustand europäischer Wassernetze und dem, was diese Netze leisten müssen, zu offensichtlich geworden ist, um ignoriert zu werden.
Die Strategie enthält mehr als 50 Schlüsselmaßnahmen und wird durch ein EIB-Wasserprogramm unterstützt, das mehr als 15 Milliarden Euro Finanzierung für 2025 bis 2027 zusagt. Das Verständnis der Prioritäten der Strategie hilft dabei, vorauszusehen, wo sich die Beschaffungsaktivitäten in den nächsten Jahren konzentrieren werden.
Leckage und Infrastrukturmodernisierung
Leckagereduzierung ist eines der zentralen Themen der Strategie. EU-weite durchschnittliche NRW-Verluste liegen bei etwa 25 %. Die Kombination aus den obligatorischen Leckage-Meldepflichten und dem Infrastrukturinvestitionsprogramm schafft einen gepaarten regulatorischen und Finanzierungsmechanismus.
Das EIB-Wasserprogramm deckt Projekte ab, die den Wasserzugang verbessern, Netzverluste reduzieren und die Klimaresilienz stärken. Druckmanagement- und Regelarmatureninstallationen werden wahrscheinlich unter diesen Kriterien qualifizieren — die Investitionskosten sind bescheiden und der Leckagereduzierungsnutzen ist unmittelbar messbar.
Anforderungen an kritische Infrastruktur
Die Strategie erweitert die Richtlinie zur Resilienz kritischer Einrichtungen und die NIS2-Cybersicherheitsanforderungen auf den Wassersektor, beide wirksam ab 2025. Das verpflichtet Versorgungsunternehmen, die Resilienz ihrer physischen Infrastruktur und Lieferketten zu bewerten.
Das ist ein Mentalitätswandel: Ein Versorgungsunternehmen, das bisher nach einem reaktiven Wartungsmodell arbeitete, hat nun die Pflicht, das Restrisiko im Anlagenbestand zu bewerten. Armaturen jenseits ihrer bewerteten Lebensdauer werden zu einer dokumentierten Haftung.
Was das für die Beschaffung bedeutet
Das durch die Strategie implizierte Investitionsvolumen wird Jahre brauchen, um durch den Beschaffungszyklus zu laufen. Große Infrastrukturprogramme verlaufen typischerweise von der politischen Zusage bis zur Ausschreibungsvergabe in zwei bis vier Jahren.
Beschaffungsspezifikationen für EU-finanzierte Projekte erfordern zunehmend CE-Kennzeichnung, WRAS-Zulassung für Trinkwasserkontakt und EN-Norm-Konformität. Beschaffungsteams sollten verifizieren, dass ausgewählte Armaturen die entsprechenden Zulassungen tragen.
Für Versorgungsunternehmen mit einem schwächeren Ausgangspunkt
Die Strategie erkennt an, dass die Ausgangspositionen in den Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich sind. Die EIB-Finanzierung soll für Versorgungsunternehmen über das gesamte Spektrum zugänglich sein.
Für Versorgungsunternehmen in früheren Phasen der Leckagekontrolle ist der kosteneffektivste Weg Druckmanagement zuerst, dann Rohrsanierung. Das Zeitfenster vor 2028 reicht für ein bedeutsames Druckmanagementprogramm an einem mittelgroßen Netz, aber nur wenn die Beschaffung bald beginnt.
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