Druckregelung

Auswahl und Dimensionierung eines Druckminderventils

Einlassdruck, Durchflussrate und Kavitationsrisiko bestimmen die korrekte DMV-Spezifikation. Werden diese falsch eingeschätzt, versagt das Ventil vorzeitig oder bietet keine wirksame Druckregelung.

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Ein Druckminderventil hält einen eingestellten Nachdruck unabhängig von Schwankungen der vorgelagerten Hauptleitung aufrecht. In der Wasserverteilung bedeutet das typischerweise, den DMA-Einlass auf dem Mindestversorgungsdruck zu halten, während Pumpzyklen und Bedarfsschwankungen den Hauptleitungsdruck heben und senken.

Das Wirkprinzip ist hydraulisch. Ein federvorgespannter Pilot erfasst den Nachdruck über eine Kleindurchmesser-Messleitung. Wenn der Nachdruck unter den Sollwert fällt, lässt der Pilot Wasser aus der Abdeckkammer abfließen, was den Durchfluss steigen lässt. Wenn er über den Sollwert steigt, schließt der Pilot und die Scheibe bewegt sich in Richtung Verschluss. Die Scheibe moduliert kontinuierlich — das ist normales Verhalten.

Dimensionierung für den Durchfluss

Der Standarddimensionierungsparameter für Regelarmaturen ist der Durchflusskoeffizient: Kv in europäischer Praxis, Cv in US-abgeleiteten Spezifikationen. Die Beziehung ist Q = Kv × √dP, wobei Q in m³/h und dP in bar angegeben wird.

Für Wasserverteilungs-DMVs liegt die praktische interne Geschwindigkeitsgrenze bei 2 bis 6 m/s. Eine korrekt ausgewählte Armatur wird typischerweise zwischen 40 % und 80 % geöffnet unter normalem Bedarf betrieben — der richtige Bereich für genaue Druckregelung und lange Sitzlebensdauer.

Überdimensionierung ist der häufigere Fehler. Ein DN200-Körper auf einer DN200-Rohrleitung kann den Auslegungsdurchfluss bei nur 10 bis 15 % Öffnung leiten. Bei nahezu geschlossenen Positionen erzeugt die Scheibe einen Hochgeschwindigkeitsstrahl, der den Sitz schnell erodiert. Eine korrekt dimensionierte DN150- oder DN100-Armatur in einem Reduzierstück hält länger.

Das DMV so dimensionieren, dass es unter normalen Durchflussbedingungen zwischen 20 % und 80 % geöffnet arbeitet. Nahezu geschlossen erodiert den Sitz; nahezu vollständig geöffnet hat keine Regelungsreserve.

Die Kavitationsgrenze

Kavitation tritt auf, wenn der lokale Druck in der Drosselzone unter den Dampfdruck des Wassers fällt. Dampfblasen entstehen und kollabieren heftig, erodieren Metalloberflächen und können in schwerwiegenden Fällen einen Armaturenkörper innerhalb von Wochen perforieren.

Für membranbetätigte Geradsitz-Regelarmaturen liegt die praktische Druckverhältnisgrenze bei 3:1. Bei 12 bar stromaufwärts muss die Armatur in mindestens 4 bar Gegendruck entleeren.

Wenn das Differenzdruckverhältnis das sichere Verhältnis übersteigt, stehen zwei Optionen zur Verfügung: eine vorgeschaltete Druckreduzierstufe installieren, oder eine Armatur für Hochdifferenzanwendungen mit modifiziertem Strömungspfad verwenden.

Bei Einlassdrücken über 7 bar das Betriebsdruckverhältnis vor der Armaturenauswahl berechnen.

Fester Auslass, zeitgesteuerte und durchflussgesteuerte Regelung

Der einfachste DMV-Pilot hält einen festen Auslasdruck, der durch eine Federeinstellung vorgegeben wird. Das ist zuverlässig ohne externe Stromversorgung, setzt aber den Druck für den ungünstigsten Fall fest. Während der Niedriglastperioden wird der volle Zonendruck aufrechterhalten.

Zeitgesteuerte Piloten senken den Auslasdruck-Sollwert während programmierter Niedriglastperioden, typischerweise um 0,5 bis 1,5 bar. Die Reduzierung während der Nachtperiode reduziert die Hintergrundleckage erheblich.

Durchflussgesteuerte Piloten passen den Auslasdruck in Echtzeit auf Basis eines Signals vom Durchflussmesser am DMA-Einlass an. Dieser Ansatz passt sich automatisch an saisonale und tägliche Bedarfsmuster an und liefert typischerweise eine weitere Leckagereduzierung von 5 bis 10 % über die zeitgesteuerte Regelung.

Installationsanforderungen

Ein Filter stromaufwärts des DMV ist unverzichtbar. Schmutz in den Pilotöffnungen verursacht vollständiges Öffnen oder Versagen der Öffnung. Einen Y-Filter geeigneter Maschengröße ein bis zwei Rohrdurchmesser stromaufwärts mit Absperrarmaturen auf beiden Seiten installieren.

Absperrarmaturen stromaufwärts und stromabwärts einbauen. Eine Bypassanordnung ermöglicht es, dass die Zone während der Wartung unter Druck bleibt. Das Bypassventil mindestens eine Größe kleiner als das Haupt-DMV dimensionieren.

Druckmanometer stromaufwärts und stromabwärts mit Absperrhähnen einbauen. Ein Inbetriebnahme-Nadelventil stromabwärts der Pilotmessverbindung ermöglicht die Solldruckeinstellung unter Durchflussbedingungen.

Ausgeführtes Beispiel

Ein DMA-Einlass versorgt 850 Hausanschlüsse mit einer Spitzennachfrage von 28 l/s (100,8 m³/h) und einem durchschnittlichen Nacht-Nachlaufdurchfluss von 3,2 l/s. Der Vordruck variiert zwischen 6,5 und 9,5 bar. Der erforderliche Nachdruck beträgt 2,8 bar.

Das maximale Druckverhältnis beträgt 9,5 zu 2,8 bar: ein Verhältnis von 3,4:1. Das überschreitet die Kavitationsgrenze von 3:1 geringfügig, sodass entweder eine Armatur mit modifiziertem Strömungspfad spezifiziert oder eine Blende zur Druckreduktion vorgeschaltet wird.

Für die Dimensionierung bei Spitzendurchfluss mit einem Differenzdruck von 6,7 bar beträgt der erforderliche Kv 100,8 / √6,7 = 38,9. Eine DN100-Armatur mit Kv 65 leitet diesen Durchfluss bei etwa 60 % Öffnung — innerhalb des korrekten Betriebsbereichs.

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